Hainer Stollen

Der Hainer Stollen ist durch den Film “Monumens Man” erst wieder richtig bekannt geworden. In dem Film geht es um die Rettung der Kunstschätze, die im 2. Weltkrieg dort gelagert wurden. Sein Name “LS-Stollen Alte Silberkaute” (wie er in den Bauakten genannt wird,) geht zurück auf das Bergwerk bzw. Stollenanlage “Alte Silberkaute”. Dieses Bergwerk wurde 1859 urkundlich erstmalig erwähnt, geht aber wahrscheinlich zurück bis ins 16. Jahrhundert.

Mitte 1941 hat man angefangen, diese Stollenanlage auszubauen und zu erweitern. Der fertige LS-Stollen sollte dann 4 Zugänge erhalten. Der am weitesten entfernte Eingang – er liegt genau auf der anderen Seite des Siegberges – wurde allerdings nie mit der Hauptanlage verbunden. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass das Kriegsende schneller eintraf, als damals noch angenommen wurde.

In diesem Beitrag befassen wir uns mit dem geplanten vierten Zugang zum Bunkersystem des Hainer Stollens. Er liegt am Fuße des Siegbergs und ist durch eine Edelstahltüre fest verschlossen. Bereits nach 2 Metern ragt von rechts bis in die Mitte des Durchgangs eine Ziegelsteinwand mit einer Stärke von einem halben Meter. 9 Meter weiter die gleiche Situation, nur das die Wand von links bis Mitte Durchgang geht. Diese Wände dienen zum Splitterschutz für die Schutzsuchenden im Bunker. Sie wird auch “Splitterschleuse” genannt. Knapp 4 Meter stößt man auf die erste Tür der Luftdruckschleuse, 4 Meter weiter dann die Luftdrucktüre mit der Beschriftung “Erst Ausgangstüre schließen, dann Luftschutztüre öffnen” Somit war ein Druckausgleich ohne Druckabfall gegeben. Der Ausbau ist hier aus Stahlbeton, der Durchgang ist ca 2,7 Meter breit und 2 Meter hoch. Dieser Ausbau ist identisch mit den Entwurfsplänen des Hainer Stollens.

Aus dem Schriftverkehr zwischen dem Bergamt Siegen und dem ausführenden Bergbauunternehmen geht hervor, dass am 24. Mai 1944 der Querschlag Richtung Emilienstraße mit zwei Schichten belegt werden sollte. Die beiden Vorarbeiter sind namentlich erwähnt und wurden mit den erforderlichen bergbaupolizeilichen Vorschriften unterrichtet.

Es ist davon auszugehen, dass bis zuletzt ohne Unterlass der Querschlag vorangetrieben wurde. Der Durchschlag ist aber nie erfolgt. Am Ende sieht man noch die Bohrlöcher, die aber nicht mehr mit Sprengstoff bestückt wurden. Der Stollen ist ca. 120 Meter lang aber es fehlen noch ca. 260 Meter zum Hainer Stollen, wo auch ein ca 60 Meter langer Stollengang in Richtung Juliusstraße vorangetrieben wurde.

Es wurde in den 80ern angedacht, die Frankfurter Straße durch einen Tunnelbau zu entlasten. Für den möglichen Tunnel wurde genau diese Verbinung angedacht. Die Idee wurde über die Planung hinaus nicht weiter verfolgt und so sind noch immer die alten Luftschutzanlagen im Siegberg vorhanden.